Lernen und KI
„Da
sich KI-Systeme weiterentwickeln und die Datennutzung zunimmt, ist es äußerst
wichtig,
ihre Auswirkungen auf unser Umfeld besser zu verstehen”
(Ethische Leitlinien für Lehrkräfte über die Nutzung von KI und Daten für Lehr- und Lernzwecke, S. 27)

Es lassen sich unterschiedliche Formate beim Lernen mit KI ausmachen (vgl. u.a. Schmidt & Strasser 2022, Gruber 2023), die jeweils unterschiedliche methodisch-didaktische Implikationen haben und vor dem Hintergrund der fachlichen Kompetenzentwicklung geprüft werden müssen.
Intelligente Tutoring-Systeme und personalisiertes Lernen: KI-gestützte Sprachlernplattformen können die individuellen Stärken und Schwächen der Lernenden analysieren, um personalisierte Inhalte und Übungen anzubieten, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Sie können den Lernenden Anleitung, Klärung und Feedback geben, um ihr Verständnis und ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. In Form von adaptiven Beurteilungen können die Sprachkenntnisse der Lernenden bewertet. Das System verfolgt ihre Fortschritte, gibt gezieltes Feedback und schlägt relevante Lernmaterialien vor.
Sprachassistenztools: Die KI-Technologie ermöglicht eine genaue Spracherkennung, so dass die Lernenden z.B. ihre Aussprache üben und sofortiges Feedback zu ihren Sprechfertigkeiten erhalten können.
Schreibassistenztools: Die KI-Technologie gibt sofortige und automatisierte Rückmeldung, sodass die Lernenden ihre Schreibprodukte eigenständig analysieren, reflektieren und aus ihren Fehler lernen können.
Auch die 4Ks (Kommunikation, Kreativität, kritisches Denken und Kollaboration) können auch durch den Einsatz von KI-gestützten Lernanwendungen gefördert werden (vgl. Holberg & Roters, im Druck):
- Kommunikation: Möglichkeit, auf native speaker Input zu reagieren, ggf. in Form von Avataren auch zu interagieren, Feedback auf mündliche und schriftliche Produkte individualisiert zu erhalten und unter Anwendung von entsprechenden Programmen oder Apps die eigene Aussprache zu üben und zu reflektieren.
- Kollaboration: Möglichkeit, an Projekten mit anderen Schülerinnen und Schülern aus der ganzen Welt zu arbeiten, Feedback zu Teamarbeit zu erhalten und Konfliktlösungsfähigkeiten zu entwickeln.
- Kritikfähigkeit: Möglichkeit, Informationen aus verschiedenen Quellen zu bewerten, Argumente zu analysieren, zu reflektieren sowie eigene Schlussfolgerungen zu ziehen.
- Kreativität: Möglichkeit, kreativ in Projekten gemeinsam zu arbeiten, Problemlösungs- und Aushandlungsfähigkeiten sowie Ambiguitätstoleranz in der Fremdsprache zu entwickeln.
Wichtig ist eine differenzierte Herangehensweise und Analyse der Chancen und Risiken beim Einsatz von KI-gestützten Tools. Die Perspektive der augmented intelligence durch den Einsatz von KI-gestützten Systemen erachten wir hier als zielführend.
Mögliche Reflexionsfragen für die Lehrkraft (vgl. weiter auch unter Reflexionsmomente):
- Was bedeutet KI für mein Fach?
- Welche Anknüpfungspunkte gibt es, trotz, mit, über, durch, ohne KI zu lernen?
- Welche curricularen Vorgaben gilt es zu berücksichtigen?
- Welche fachlichen Prinzipien gilt es zu berücksichtigen?
- ...
Weiterführende
Links:
- Not Another ChatGPT Love Song!? Warum der Chatbot nur ein Puzzleteil in der Diskussion ist - Magazin Plan BD. Interview mit Prof. Thomas Strasser
- Wie verändert sich die Rolle der Unterrichtenden durch künstliche Intelligenz? - Goethe-Institut. Interview mit Prof. Dr. Torben Schmidt
- ChatGPT im Unterricht (Fremdsprachen) – 25Praxisbeispiele für ChatGPT als Lern- und Unterrichtsassistent
- Taskcard ChatGPT im Fremdsprachenunterricht
- ChatGPT für Lernende
- How to use ChatGPT in language teaching and learning (rafandray.com)
- Künstliche Intelligenz im Unterricht - Tools, Informationen und Beispiele
- Digital Feedback Map (Jun.-Prof. Dr. Jennifer Schluer)